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– Bezauberndes Kinderbuch, das Phantasiewelten aus abgebrochenen Blogs erschafft

Susanne Erhard und Lydia Blümchen sind in der Kinderbuchwelt schon längst keine Unbekannten mehr. Mit ihren Illustrationen schafft Blümchen, deren Künstlername Programm ist, die schönsten Bilderwelten, in denen sich große und kleine Leser vollkommen verlieren können, und der Phantasie von Susanne Erhard scheinen beim Erzählen und Erdenken keinerlei Grenzen gesetzt zu sein. So auch in diesem Fall. Wie wäre es, haben sich die beiden Autorinnen wohl gefragt, wenn all die brachliegenden Blogs, die in den Sackgassen des Internets schlummern, tatsächliche Gebäude wären? „Leer stehende Fabrikgebäude, heruntergekommene Kinosäle, leer gefegte Bibliotheken und staubtrockene Schwimmbäder der Phantasie“? Fasziniert von dieser Idee schufen sie ihr liebevoll gestaltetes Kinderbuch „Der Garten der brachliegenden Blogs“, eine bezaubernde Traumwelt voller Abenteuer, in die sich die kleine Luise und ihr Bruder Peter eines Tages verirren.

Auf den großformatigen, detailverliebt gestalteten Bildern sehen wir sie durch die Ideen fremder Leute stolpern. In kunterbunte Geschichten purzeln, die nicht zu Ende erzählt werden und aus denen man beim letzten Wort haltlos in das graue Nichts fällt, in Fotoblogs, die plötzlich abreißen und die Kinder fragend zurück lassen, in Rezepte-Sammlungen, in denen sich die beiden zunächst einen dicken Bauch anfuttern, um dann abrupt vor einem ungedeckten Tisch zu stehen und in Reisetagebücher, die zum Ende hin langsam ausplätschern und schließlich versiegen, ohne dass die Kinder ihre Abenteuer bis zum Schluss verfolgen können. Susanne Erhard und Lydia Blümchen nehmen ihre kleinen Leser mit in eine magische Welt, in der „URL“ kurz für URLAUB ist und in der „http“ auf einen stotternden Frosch in der Telefonzentrale zurück geht. Sie schäumen fast über vor verrückten Ideen und machen Lust auf eine Art fröhliches Blog-Recycling. Und sei es einfach nur, um Luise und Peter immer neue Türen zu öffnen und mit ihnen durch die bizarre Welt der Blogs zu spazieren. Denn viele Blogs verdienen es einfach, weitergeführt zu werden. So vielleicht auch dieser.

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