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Imposantes Lebenswerk auf der Suche nach der Lebensformel

Angefangen hat alles ganz harmlos: Johanna Steglitz wollte abnehmen. Sie kaufte sich einen Diät-Ratgeber. Das war vor 15 Jahren. Seitdem hat Steglitz nach eigenen Angaben mehr als 250 Bücher zum Thema gehortet – und gelesen! Irgendwann kam dann der Punkt, an dem sie spürte, dass es eine Quintessenz aus all dem geben musste. Als Philosophie-Professorin witterte sie ein Muster, eine Formel hinter all dem, auf die sich das Konzept „Abnehmen“ reduzieren lassen müsste. Wenn man nur lange genug danach suchte. Was dann begann, kann man Sisyphos-Aufgabe nennen. Oder man nennt es Lebenswerk. Johanna Steglitz jedenfalls begab sich auf die Suche nach der Lebensformel. Puzzleteil für Puzzleteil setzte sie zusammen, was sich verbinden ließ, fand Schnittmengen und Erweiterungen, die sich zu einem Flickenteppich anwuchsen, der dem Leser Respekt abringt.

Zumal deshalb, weil nach den Diät- und Ernährungsratgebern noch lange nicht Schluss war. Für eine Lebensformel war ein ganzheitlicher Ansatz notwendig. Johanna Steglitz verknüpfte für ihre „Formel von Allem“ die Erkenntnisse aus der Ernährungswissenschaft mit den Ansätzen aus den Gesundheitsratgebern, die sie wiederum mit gesunder Lebensweise und den Anweisungen aus den Lebenshilferatgebern in Verbindung brachte. Über die Work-Life-Balance kam sie dann schließlich zu Karriereratgebern und Ratgebern zu Kindererziehung und Partnerschaft. Allzu leicht hätte sie sich dabei in einer Auflistung und Nebeneinanderstellung von Dos und Don’ts verlieren können. Doch der Philosophin war das nicht genug. Auf der ewigen Jagd nach der einzigen großen Lebensformel, wie sie Philosophen seit jeher beschäftigt, setzte sie zusammen, was zusammen gehört – und erkannte tatsächlich ein Muster. Einen Satz, auf den sich alles herunter brechen lässt. Eine Entdeckung wie ein Erdbeben! Bahnbrechend. Geboren aus der unüberschaubaren Masse an Büchern, die sich zu einem einzigen Satz verdichten lassen.

Man starrt ihn an, diesen Satz, dem Johanna Steglitz in „Die Lebensformel – Das Buch von Allem“ eine sonst leere Doppelseite gewidmet hat. Und fragt sich unweigerlich: Kann ich danach leben? Und – was noch wichtiger ist – lebe ich das perfekte Leben, wenn ich dieser Formel folge? Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten. Johanna Steglitz kann es nicht mehr. Sie erkrankte noch im Endstadium ihres Lebenswerkes an Demenz und hat längst die Gewalt über ihr eigenes Leben verloren. Doch sie hat der Welt etwas Wunderbares hinterlassen: Die kleinste gemeinsame Schnittmenge aller Empfehlungen für das perfekte Leben. Die Lebensformel.

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