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Ein spannender Mystery-Roman voller Einfallsreichtum und frischen Wendungen

Fans von Dan Brown sollten sich diesen Namen merken: Alex Brankowski. Sein Roman „Vertuscht“ gereicht all denen zur Freude, die sich gerne auf eine literarische Schatzsuche begeben und einem gut gemachten Rätsel mit Fallen und Sackgassen einfach nicht widerstehen können. Was ihn von Dan Brown unterscheidet? Er ist weniger vorhersehbar, seine Ideen sind frischer, seine Wendungen überraschender. Und anders als Brown gibt Brankowski freimütig zu, dass er hier seiner Fantasie vollkommen freien Lauf gelassen und sich ordentlich ausgetobt hat. Dabei hat er in der Geschichte einiges auf den Kopf gestellt, was nun, in der Gegenwart dieses Romans, einer Dynastie zum Verhängnis werden könnte. Das macht beim Lesen vor allem deshalb so viel Spaß, weil nun wirklich alles möglich ist.

Es beginnt ganz harmlos: Griechische Forscher vom National Observatory in Athen untersuchen Landschaftsmalereien aus fünf Jahrhunderten und gleichen die Farbwahl der Gemälde von Caspar David Friedrich und Co. mit Daten zu Vulkaneruptionen seit 1500 ab. Doch die Tatsache, dass die Künstler von einst getreue Chronisten historischer Vulkanausbrüche waren, ist bei Weitem nicht die erstaunlichste Entdeckung. Stattdessen liefert ein unscheinbares Gemälde, das die Bucht von Málaga bei Sonnenuntergang zeigt, widersprüchliche Daten. Bei genaueren Untersuchungen stellt Eléni Sarantakos, Mitarbeiterin des Observatorys fest, dass die Farbe gar nicht, wie das Datum auf dem Bild vermuten lässt, aus dem frühen 17. Jahrhundert stammt, sondern fast 150 Jahre jünger ist. Sie erkennt: Der Horizont des Gemäldes wurde nachträglich übermalt.

Doch warum? Mit ihrem Freund, dem Engländer Steven, begibt sich Eléni nach Málaga, stößt dort aber auf Schweigen. Weil das Bild kunsthistorisch vollkommen bedeutungslos ist, weckt dieses Verhalten Elénis Misstrauen. Und tatsächlich: Als sie die Farbe abtragen lässt, kommt darunter eine brennende Flotte zu Tage. Die spanische Armada! Die hätte jedoch zu jenem Zeitpunkt, dem Datum auf dem Bild zufolge, in der Straße von Gibraltar sein müssen, wo sie am 25. April 1607 vernichtend von einem Flottenverband aus den aufständischen Provinzen Holland und Seeland geschlagen wurde. Die Schlacht war das Ende der Seemacht Spanien und der Beginn der niederländischen Vormachtstellung auf den Weltmeeren. Hat es die bedeutende Schlacht nie gegeben? Was wird hier vertuscht?

Schicht für Schicht trägt Eléni Sarantakos die Farben der Geheimnistuerei ab, die über die Jahrhunderte verschleierten, was damals wirklich geschah – mit dramatischen Folgen für das niederländische Königshaus…

Basiert auf: Rote Farben auf Bildern: Klima auf alten Meisterwerken

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